Germanwings kritisiert geplante Reisesteuer als Farce

18 07 2010

Günstig-Airline befürchtet deutliche Auswirkungen auf Arbeitsplätze - Germanwings kritisiert die geplante Reisesteuer als Farce. Der am Mittwoch bekannt gewordene Referentenentwurf zur Luftverkehrssteuer sieht eine Steuer von 13 Euro für die Kurz- und Mittelstrecke und 26 Euro für die Langstrecke pro Person vor. „Die Steuer in dieser Höhe ist unökologisch, unsozial und wird zum Abbau von Arbeitsplätzen führen“, so Thomas Winkelmann, Sprecher der Germanwings Geschäftsführung in einer Stellungnahme am Donnerstag. „Das geplante Gesetz ist unsinnig und ungerecht, der ökologische Anspruch fehlt vollkommen, die Begründung für die Einführung ist eine Farce“, so Winkelmann.

Nachdem am Mittwoch der Entwurf mit Details zur neuen Steuer bekannt wurde, sieht Germanwings ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt.

Obwohl der Gesetzesentwurf mit dem Ziel überschrieben ist, „Anreize für umweltgerechtes Verhalten zu setzen und ökologische Belange zu berücksichtigen“, fehlt dazu dem Gesetz jeglicher Ansatz. So sind zum Beispiel Privatflieger im derzeitigen Gesetzesentwurf von der Besteuerung befreit.

Eine vierköpfige Familie, die von Stuttgart zum Urlaub an die Ostsee nach Rostock/Laage reist, würde 104 Euro an Steuern zusätzlich zahlen. Der Urlauber, der einen Langstreckenflug nach Hawaii bucht, würde mit nur 26 Euro an Steuern zusätzlich zur Kasse gebeten. „Ein Skandal, denn der Normalverdiener muss zahlen und der Passagier im Privatjet wird verschont“, so Thomas Winkelmann.

„Wir befürchten zudem, dass durch die neue Steuer in Deutschland wieder massiv Verkehr auf die Straße verlagert wird“, so Winkelmann weiter. „Die pauschale Steuer von 13 oder 26 Euro je nach Zielland bietet Airlines keinen Anreiz, modernere und treibstoffeffiziente Flugzeuge einzusetzen. Es kann nicht sein, dass es aus ökologischer Sicht nun egal ist, ob man mit einem neuen und effizienten Flugzeug oder mit einer alten Dreckschleuder fliegt“, so Winkelmann.

Umsteigepassagiere werden nicht in die Besteuerung einbezogen. Jemand, der von Hamburg über Frankfurt nach Tel Aviv fliegt, zahlt einmalig 13 Euro. Derjenige, der von Köln direkt nach Tel Aviv fliegt, zahlt 26 Euro. Thomas Winkelmann: „Wo bleibt da die Gerechtigkeit?“

Die Günstig-Airline fürchtet, dass Kunden massiv auf grenznahe Flughäfen im benachbarten Ausland ausweichen und die deutschen Regionalflughäfen durch die Steuerpläne der Bundesregierung erheblich benachteiligt werden. Gerade die grenznahen Flughäfen in Nordrhein-Westfalen und in Baden-Württemberg werden massive Abwanderungen ins benachbarte Ausland verzeichnen. Die Folge: nichtdeutsche Carrier werden den deutschen Airlines Marktanteile abnehmen. Vor allem bei den Flughäfen in Deutschland dürfte die Luftverkehrssteuer erhebliche Auswirkungen auf die Personalsituation haben.

„Diese Steuer hilft vor allem irischen und englischen Fluggesellschaften und schadet deutschen Airlines und Flughäfen“, so Winkelmann. Germanwings wird ihre Flugpläne und ihre Expansion unter dem Aspekt der drohenden Reisesteuer überdenken.

 

Quelle: Pressemeldung von Germanwings.com, 15.07.2010

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